Charmante Idee – aber: Vorsteuerabzug bei Schwarzeinkäufen geht nicht

Im Steuerrecht kann man durchaus gute bzw. kreative Ideen haben, wie, was, wo zu berücksichtigen ist. Die Grenze ist natürlich, wenn es in den strafrechtlicen Bereich geht – dann war da jemand zu „kreativ“. Ob für den Steuerpflichtigen gute Ideen der – ggfls. gerichtlichen – Überprüfung standhalten, muss man auch immer schauen.
Das Finanzgericht Münster hatte nun über einen Fall zu entscheiden, in dem ein Steuerpflichtiger eine aus unserer Sicht charmante Idee hatte  – aber mehr als charmant war sie eben auch nicht … :
Der Betreffende betrieb einen Kiosk. Er bezog von einem Zulieferer Waren schwarz, also ohne Rechnung, so dass auch keine Umsatzsteuer abgeführt wurde.
Bei dem Zulieferer flog das im Rahmen einer Betriebsprüfung auf, so dass bei dem Betreffende eine Hinzuschätzung seiner Einkünfte erfolgte. Der Steuerschuldner hat die Feststellung der Schwarzeinkäufe dann akzeptiert, vertrat aber die Auffassung, dass das Finanzamt aber ja den Umfang der Lieferungen durch die Betriebsprüfungen festgestellt habe und er daher bezüglich dieser Beträge zum Vorsteuerabzug berechtigt sei.
Aus diesem Grunde wandte er sich gegen die Umsatzsteuerbescheide.
Dieser Argumentation folgte weder das beklagte Finanzamt noch das Finanzgericht Münster.

Warum?

Finanzgericht Münster, Gerichtsbescheid vom 23.03.2022 -5 K 2093/20 U

  1. EuGH, Urteile vom 11.11.2021 – C-281/20, Ferimet, UR 2022, 65; vom 15.09.2016 – C-518/14, Senatex, UR 2016, 800; vom 21.11.2018 – C-664/16, Vădan, UR 2018, 962; vom 22.10.2015 – C-277/14, PPUH Stehcemp, UR 2015, 917; vom 01.03.2012 – C-280/10, Polski Trawertyn, UR 2012, 461
  2. EuGH, Urteile vom 15.09.2016 – C-518/14, Senatex, UR 2016, 800; vom 29.04.2004 – C-152/02, Terra Baubedarf-Handel, UR 2004, 323; BFH, Beschluss vom 16.05.2019 – XI B 13/19, BStBl. II 2021, 950
  3. EuGH, Urteile vom 21.11.2018 – C-664/16, Vădan, UR 2018, 962; vom 15.09.2016 – C-516/14, Barlis 06, UR 2016, 795
  4. EuGH, Urteil vom 21.11.2018 – C-664/16, UR 2018, 962
  5. BFH, Urteil vom 12.03.2020 – V R 48/17, BStBl. II 2020, 604
  6. EuGH, Urteil vom 21.10.2021 – C-80/20, UR 2021, 876
  7. EuGH, Urteil vom 21.10.2021, C-80/20, UR 2021, 876
  8. BFH, Urteil vom 15.10.2019 – V R 14/18, BStBl. II 2020, 596; BFH, Beschluss vom 16.05.2019 – XI B 13/19, BStBl II 2021, 950
  9. BFH, Urteil vom 12.03.2020 – V R 48/17, BStBl II 2020, 604; BFH, Beschluss vom 20.07.2012 – V B 82/11, BStBl II 2012, 809
  10. BFH, Beschluss vom 16.05.2019 – XI B 13/19, BStBl. II 2021, 950
  11. BFH, Urteil vom 23.10.2014 – V R 23/13, BStBl II 2015, 313
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